Boule Spieltechnik

KöRPERHALTUNGEN UND BEWEGUNGSABLÄUFE

Zu den Techniken gehören die Körperhaltungen und Bewegungsabläufe sowie diverse Wurftechniken, die man beherrschen sollte, um auf unterschiedliche Spielsituationen optimal reagieren zu können.

Jedoch ist auch beim Boule noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ein gutes Ballgefühl ist auf jeden Fall von Vorteil, die unterschiedlichen Wurftechniken lassen sich jedoch nur durch Übung erlernen.

 

WURFTECHNIK

Die kurze Beschreibung (s.u.) mag für einen Überblick hilfreich sein. Die Wurftechnik und die taktischen Finessen zu erlernen und zu verfeinern, ist Ziel eines jeden Boulespielers. Die ambitioniertesten unter ihnen investieren viel Zeit - oftmals Jahre - darin, ihr Repertoire auf ein hohes Niveau zu bringen, um (gerade in Frankreich) an Pétanqueturnieren teilzunehmen.

 

DER RICHTIGE GRIFF DER KUGEL IST ENORM WICHTIG.

Der richtige Griff der Kugel ist enorm wichtig. Sie sollte mit der gesamten Hand umfasst werden ("Häschenhaltung"), nicht bloss mit den Fingerspitzen. Führen Sie spasseshalber einmal einen Wurf mit einer Kugel aus, die Sie locker mit den Fingerspitzen greifen. Sie werden feststellen, dass ein kontrollierter Wurf fast unmöglich ist.

 

AUCH AUF DIE BEINHALTUNG BEIM WURF IST ZU ACHTEN

Auch auf die Beinhaltung beim Wurf ist zu achten. Man unterscheidet im wesentlichen zwischen den drei Techniken

  • Standposition
  • Hockposition
  • Wurf mit angewinkelten Knien

 

WURFPOSITION

Die Standposition empfiehlt sich für alle Wurfdistanzen, besonders aber für mittlere und weite Würfe.

Ein Wurf in der Hockposition ist besonders dann angebracht, wenn auf kurze Distanz gespielt werden muss, im besonderen wenn es sich um Legeversuche auf naher Entfernung handelt, da die Bodenbeschaffenheit und Position der bereits liegenden Kugeln gut abgeschätzt werden kann.

Die Wurfposition mit angewinkelten Knien schliesslich empfiehlt sich besonders auf mittlere Distanzen; die Kugel wird aufgrund der niedrigeren Wurfhöhe als bei der Standposition nicht so leicht verspringen - diese Position ist aber auch gleichzeitig die schwierigste, da die Belastung auf die Oberschenkel die Haltung oft instabil werden lässt.

 

 

WURF

Widmen wir uns nun dem Wurf. Er lässt sich in verschiedene Phasen einteilen:

  • Abschätzen der Situation: Taktische Überlegung, ob der Wurf besser geschossen oder gelegt werden sollte; Wahl der Körperhaltung beim Wurf (stehend, in der Hocke); Analyse der Lage der anderen Kugeln. Das Regelwerk räumt hierfür exakt eine Minute ein.
  • Position im Wurfkreis einnehmen: Obwohl der Kreis mit einem Durchmesser von ca. einem halben Meter nicht sehr viel Platz bietet, empfiehlt es sich, seinen Stand mit Konzentration und Sorgfalt einzunehmen; bereits eine Stellungsänderung von wenigen Zentimetern kann entscheidend sein.
  • Zielen und Werfen: Nach den Überlegungen und Vorbereitungen erfolgt nun der eigentliche Wurf. Hochkonzentriert wird die Entfernung zum angepeilten Ziel abgeschätzt, Probeschwünge ausgeführt. Innerhalb von Sekundenbruchteilen werden Zielen und Bewegung immer wieder neu gegeneinander abgewogen. Schließlich verlässt die Kugel die Hand und landet (hoffentlich) in der beabsichtigten Weise am Zielpunkt.

 

 

LEGEN

Das so genannte Legen ist eine Technik, die zum Ziel hat, die eigene Kugel möglichst nahe bzw. günstig an der Zielkugel zu platzieren, anders als beim Schiessen, das der Beseitigung gegnerischer Kugeln dient. Das Legen ist gewissermassen die Pflicht (um einen Vergleich zum Eiskunstlauf herzustellen), das Schiessen die Kür... Man unterscheidet beim Legen verschiedene Techniken, die sich auf die Flugbahn der Kugel beziehen:

  • Gerollter Wurf: Meistens im Knien ausgeführt, eignet sich diese Wurftechnik besonders auf kurze Distanzen. Die Kugel berührt bereits in naher Entfernung vom Abwurfkreis den Boden und rollt dann den grössten Teil der Strecke zum Ziel. Die Bodenbeschaffenheit ist daher nicht unwichtig, sie kann sogar richtig analisiert zu trickreichen und besonders effektiven Ergebnissen führen.
  • Der halbe Bogen: Die Kugel schlägt nach etwa der Hälfte der Wurfstrecke auf dem Boden auf und rollt dann zum Ziel. Die gebräuchlichste Wurftechnik beim Boule.
  • Hoher Bogen: Die Kugel beschreibt einen fast parabelförmigen Flug. Hoch, mitunter sehr hoch geworfen, verliert sie beim Aufprall den grössten Teil ihrer Bewegungsenergie und rollt nur noch ein kleines Stück. Diese Technik wird vornehmlich im Stehen ausgeübt.

 

DRÜCKEN

Eine weitere Technik ist das Drücken. Ziel ist es, die Lage einer Kugel auf dem Feld - eine eigene, die des Gegners oder das Schweinchen - zum eigenen Vorteil zu verändern. Einerseits soll die anvisierte Kugel näher an das Ziel heranrücken, anderseits soll die geworfene Kugel auch noch ein wenig nachrücken - möglichst so, dass sie auch noch einen Punkt holt.

Stellen Sie sich einmal die folgende Spielsituation vor:
Die gegnerische Kugel liegt nicht bloss sehr nahe an der Zielkugel, sondern ist nur wenige Zentimeter von ihr entfernt oder berührt sie gar. - In diesem Falle empfiehlt es sich, diese Kugel ins Visier zu nehmen und zu versuchen, sie mit einem beherzten Wurf zu treffen. Gelingt dies, wird mit ein wenig Glück die gegnerische Kugel im wahrsten Sinne des Wortes vom Platz geschossen - diese spektakuläre Wurftechnik wird daher auch Schiessen genannt.

 

 

SCHIESSEN

Das Schiessen kann dem Spiel die entscheidende Wende geben; ein gut platzierter Wurf vermag eine vermeintlich aussichtslose Situation noch zum eigenen Vorteil umzukehren. Andererseits kann es auch leicht passieren, dass die Kugel so unglücklich durch diese Technik verspringt, dass sie für den weiteren Spielablauf keine Rolle mehr spielt - überlegen Sie sich also gut, ob Sie dieses Risiko eingehen möchten! Man unterscheidet die Techniken

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A: starker Schuss, wo die Gegnerkugel weggeschossen wird, die Schusskugel aber nicht liegen bleiben wird.

B: Schuss mit Bogen - ein Karo ( Kugel bleibt liegen) ist bei einem Treffer wahrscheinlicher.

  • Flachschuss: Eine Technik, die irgendwie an das Bowlen erinnert; die Kugel wird unmittelbar hinter dem Abwurfkreis aufgesetzt und rollt dann zum Ziel. Unglücklich ausgeführt (Bodenunebenheiten!), kann es passieren, dass bereits platzierte Kugeln stark im Mitleidenschaft gezogen werden, da die Kugel eine relativ hohe Geschwindigkeit besitzt. In Profikreisen nicht gerne gesehene Wurftechnik.
  • Der Schuss vor die Kugel: Die Kugel wird so gespielt, dass sie etwa 30 - 50 cm vor der anvisierten Kugel aufkommt und diese dann (hoffentlich) im Rollen trifft. Besonders für ungeübte Spieler eine gute Alternative zum Volltreffer, der als schwierig gilt. (s.u.).
  • Der Volltreffer: Spektakuläre Technik, erfordert viel Übung. Die gegnerische Kugel wird direkt anvisiert und versucht, direkt zu treffen, ohne dass die eigene Kugel beim Wurf Bodenkontakt hätte. Besonders das "Replacement" gilt bei Spielern als sehenswert - die Kugel des Gegenspielers wird durch die eigene weggeschleudert und gleichzeitig ersetzt. Ein fürwahr seltener und ebenso bewundernswerter Schuss, wenn er gelingt.

Zur Übung dieser Techniken empfehlt sich jede denkbare, geeignete Situation. Es muss kein Spiel sein, um die beschriebenen Wurftechniken zu erlernen oder zu verfeinern - zeichnen Sie sich eine "Zielscheibe" in das Spielfeld, um ihre Zielgenauigkeit zu testen und zu verbessern; markieren Sie sich verschiedene Entfernungen, um ihre passende Wurfhaltung herauszufinden. Was immer Ihnen dazu einfällt - wenn es der Verbesserung Ihres Spiels dient, tun Sie es! Denken Sie daran: Übung macht den Meister. In diesem Sinne viel Spass und viel Erfolg!